An der Deutsch-Belgischen Grenze liegt das Hohe Venn. Das Venn ist eine moorige Hochebene, die sich auf einer Fläche von rund 600 km² auf dem Gebiet der Ardennen und der Eifel erstreckt. Zwischen den Orten Mützenich und Ternell liegt das Brackvenn. Dieses weitläufige Moor wurde mit einem hölzernen Wanderweg erschlossen und bietet so für Naturfreunde einen herrlichen Einblick in einen ungewöhnlichen Lebensraum.

Schwere Gewitter und starke Niederschläge

Die Mittelgebirgslandschaft ist bekannt für ein raues Klima. Ardennen und Eifel bilden für die einströmende Atlantikluft die erste Bastion auf ihrem Weg in den Osten. Dadurch kommt es häufig zu schweren Gewittern und starken Niederschlägen, so sollte es auch an diesem Tag geschehen.


Auf hölzernen Pfaden sicher durch das Hohe Venn


Gemeinsam mit meinem Freund Manfred war ich schon einige Stunden im Moor unterwegs. Beim Besuch der Bettstatt von Kaiser Karl dem Großen (Quarzitfels, auf dem der Kaiser einst bei der Jagd genächtigt haben soll) brachen die Schleusen des Himmels. Mit Blitz und Donner ergoss sich ein ergiebiger Starkregen über das Moor. Unterstand gab es keinen und so galt es für uns Abenteurer das Moor noch einige Kilometer weit bis zum Parkplatz zu durchqueren.


Bettstatt von Kaiser Karl dem Großen

Im Nu verwandelte sich das Moor in eine Auenlandschaft

Das Gewitter hielt sich hartnäckig über der Hochfläche. Im Nu verwandelte sich das Moor in eine Auenlandschaft. Unzählige Wasserflüsse ergossen sich entlang der Wege und aus den tief stehenden Wolken zischten lautstark die Blitze. Schuhe und Regenkleidung versagten völlig. Durchnässt aber ansonsten unversehrt trafen wir am Parkplatz ein.


Durchgenässt bis auf die Haut, wenn Regenschutz versagt :-)

Wohl wissend, dass dieses Abenteuer für uns beide auch anders hätte enden können, traten wir die Heimfahrt an. Schon bald schob die Sonne die Wolken zur Seite und die Erlebnisse zauberten ein erwärmendes Glücksgefühl herbei.