Endlich war es soweit, das ersehnte Wochenende war gekommen. Schnell bepackten wir unser Reisemobil und machten uns auf, zu einer verlängerten Wochenendtour an den Rhein. Unser Ziel war es, zunächst irgendwo einen schönen ruhigen Stellplatz zu finden. Als wir nach zweistündiger Anfahrt schließlich in Oberwesel ankamen, war es bereits dunkel geworden. Dort steuerten wir einen Campingplatz an, der direkt am Rheinufer unterhalb der Burg Schönburg liegt.

Zu unserem Bedauern gab es keinen freien Stellplatz mehr für unser Gefährt. Man bot uns jedoch einen dunklen, etwas abseits gelegenen Ausweichplatz zur Übernachtung an. Nachdem wir das Reisemobil für die Nacht hergerichtet hatten, begaben wir uns auf einen Spaziergang mit Paula in die Altstadt von Oberwesel. Müde und voller Hoffnung auf eine erholsame Nacht betteten wir uns danach zur Ruhe

Neue Ausflugsziele abseits des Rheingrabens

Der Samstagmorgen begrüßte uns bei Zeiten mit einer beeindruckenden Geräuschkulisse. Autos und Motorräder dröhnten von der nahen Straße her,  die Schiffsmotoren der vollen Lastkähne tuckerten angestrengt gegen die Strömung an und beidseits des Rheins ratterten die stählernen Wagons der Eisenbahn über die Gleise. Verkehrslärm und Abgase durchdrangen unser dünnwandiges Domizil aus allen Richtungen. Das Rheintal präsentierte sich uns erstmals in einer Art und Weise, wie man es während eines Tagesausflugs nicht zu erahnen vermag. Unser Mitgefühl galt den Anwohnern, die mit dieser Belastung leben müssen. Wir beschlossen, das Rheintal zu verlassen. Kurzerhand suchten wir uns neue Ausflugsziele abseits des Rheingrabens.

Quer durch den Hunsrück vom Rhein an die Mosel

Unsere Reise quer durch den Hunsrück führte uns nun bis nach Brodenbach. Wir waren zunächst ein wenig überrascht, plötzlich an der Mosel gelandet zu sein. Doch die Gegend gefiel uns gut. Kurzerhand suchten wir uns einen Stellplatz, der uns behagte. Hier mochten wir die nächsten zwei Nächte bleiben. Noch am selben Tag brachen wir zu einer RUCKSACKEN-Tour auf. Unser Tagesziel sollte die Ehrbachklamm sein. Der Weg führte die steilen Moselhänge hinauf. Entlang dichtbewaldeter Hänge ging es weiter, vorbei an der Burg Ehrenburg, die weithin sichtbar hoch oben auf einem Berg hervorthront.

Burg Ehrenburg

Die Tage im Oktober sind bedauerlicherweise schon ziemlich kurz. Daher mussten wir auf eine Besichtigung der Burg verzichten. Es galt ohnehin noch einige Kilometer bis zur Klamm zurückzulegen. Immer häufiger versteckte sich die Sonne hinter den Bäumen. Erste Zweifel kamen auf, ob wir den Rückweg durch das fremde Terrain noch vor der Dunkelheit schaffen würden. Nach Abwägung der Risiken fassten wir den Entschluss, unsere Tour noch vor der Klamm abzubrechen. Gefüttert mit vielen schönen Eindrücken wanderten wir zurück zum Reisemobil.

Eine der schönsten mittelalterlichen Burgen Deutschlands

Am nächsten Tag besichtigten wir die Burg Eltz, eine der schönsten mittelalterlichen Burganlagen in Deutschland. Die vollständig erhaltene Trutzburg liegt einmalig auf einem Felsmassiv im Tal des Elzbaches, eingebettet von dicht bewaldeten Höhenzügen. Hier kann man zur rechten Zeit echte Burgenromantik erleben. Die Burg Eltz ist allerdings ein Besuchermagnet in der Region. Wer Ruhe und Einsamkeit sucht, wird sie hier nur schwerlich finden.

Andrea im Elztal vor der Burg Eltz

Mit einem gemütlichen Frühstück in Cochem, direkt am Ufer der Mosel, ging unser Trip mit dem Reisemobil zu Ende. Der Verkehr auf den Straßen nahm mehr und mehr zu. Leichter Regen setzte ein und wir begaben uns auf die Heimfahrt mit schönen Einblicken in die Landschaft entlang der Mosel.

Die Mosel bei Brodenbach

Unser Resümee lautet: So reizvoll das Rheintal mit seinen Burgen, alten Städtchen und Weinbergen auch ist, der Verkehrslärm schränkt den Genuss der schönen Landschaft deutlich ein. Uns hat es an der Mosel besser gefallen. Insgesamt war es am Nebenfluss des Rheins ruhiger, doch auch an der Mosel tummeln sich viele Touristen. Beide Flusslandschaften bieten für das RUCKSACKEN reichlich Abenteuerpotenzial. Für uns ist dies zweifellos der Grund, den Rhein, die Mosel und ihre Burgen immer wieder gerne zu besuchen.