Es ist kaum vorstellbar, dass der sandige Untergrund unter unseren Füßen immer wieder meterhoch unter Wasser steht. Zur falschen Zeit an diesem Ort würden wir hier zweifelsohne unser Leben lassen. An diesem warmen Frühlingstag zeigte sich die Flusslandschaft der Elbe glücklicherweise von ihrer schönsten Seite. Die größte Gefahr bestand wohl darin, dem Zauber dieses Idylls zu erliegen.

Die Elbe ist ein Fluss mit vielen Gesichtern.


Himmliche Ruhe in der Einsamkeit der Elblandschaft


Andrea und ich waren in Breitenhagen, einem Stadtteil von Barby. Hier fließt die Elbe durch die bezaubernde Landschaft des Biosphärenreservats Mittelelbe. Am Elbe-Ufer zeugt heute nichts mehr vom katastrophalen Hochwasser im Jahr 2013. Damals brach in dieser Gegend der Damm auf einer Länge von etwa 100 m. In dessen Folge wurde eine Fläche in der Größe des Bodensees von zerstörerischen Wassermassen überflutet. Viele Menschen verloren ihr Zuhause. Heute verfallen in den Ortschaften leer stehende Gebäude, die von ihren einstigen Bewohnern aufgegeben wurden. Groß ist die Furcht vor einer weiteren Flutkatastrophe.

Stunden des Müßiggangs an der Elbe



Wir mochten uns nicht am Leid der Menschen laben. Schließlich steht für uns die Natur im Vordergrund. Also entschieden wir uns, das Elbe-Ufer flussabwärts zu erkunden. Begleitet wurden wir diesmal von Theresa und ihrer Hündin Lilly. Ausgangspunkt für den Ausflug war der Parkplatz am Fähranleger in Breitenhagen. Von dort aus ging es stromabwärts zu Fuß weiter, entlang dem herrlichen Auenwald mit seinen mächtigen Eichen. Nach einigen Kilometern Fußmarsch in die Einsamkeit erreichten wir unweit der Saalemündung eine abgelegene Sandbank im Fluss. Umgeben von himmlischer Ruhe verbrachten wir dort einige Stunden im Müßiggang. Erst zu später Stunde machten wir uns auf den langen Rückweg zur fernen Unterkunft.