Das Bundesland Schleswig-Holstein beheimatet eine der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen weltweit. Der Nord-Ostsee-Kanal, international als Kiel Canal bekannt, durchschneidet die ebene Landschaft auf einer Länge von ungefähr 100 km. Er verbindet die Nordsee mit der Ostsee und erspart dadurch der Schifffahrt einen Umweg von rund 250 Seemeilen (460 km).

Während der 8 Jahre Bauzeit bewegten bis zu 8.900 Arbeiter etwa 80 Millionen Kubikmeter Erdreich. Seit seiner Einweihung im Jahre 1895 durch Kaiser Wilhelm II wurde der Nord-Ostsee-Kanal noch in zwei weiteren Ausbaustufen vergrößert und modernisiert. Zunächst verfolgte man mit dem Bau des Kanals militärische Ziele, doch heute passieren jährlich annähernd 30 Tsd. internationale Seeschiffe die Passage zwischen der Elbmündung bei Brunsbüttel und der Stadt Kiel.


Schiffe aus der ganzen Welt nutzen die Abkürzung durch den Nord-Ostsee-Kanal


Brackwasser als Grundlage für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt

Der teils idyllisch anmutende Nord-Ostsee-Kanal erinnert mancherorts an einen Fluss. Doch Der NOK wartet mit einigen Besonderheiten auf. Im Vergleich zu einem Fluss hat der NOK kein Gefälle. Der Wasserstand ist somit auf ganzer Länge einheitlich. Ein Fluss speist sich aus dem Süßwasser seiner Quelle und Nebenflüsse. Das klare Wasser im NOK ist Brackwasser. Dieses bildet sich aus dem Meerwasser von Nordsee und Ostsee sowie dem Süßwasser diverser Wasserläufe. Das Brackwasser ist Grundlage für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Im NOK teilen sich z. B. typische Flussfische den Lebensraum mit verschiedenen Meeresfischen.

Transportschiffe nutzen die NOK-Passage zwischen Nordsee und Ostsee

Der Nord-Ostsee-Kanal ist einen Ausflug wert. Es ist ein imposanter Anblick, wenn große Transportschiffe oder Kreuzfahrtschiffe zum Greifen nah aus der flachen Landschaft ragen. Entlang der Ufer gibt es befestigte Wege, die zum stundenlangen RUCKSACKEN einladen. Auch für ausgiebige Fahrradtouren sind die Wege bestens geeignet. Wir drei Abenteurer verbrachten eine schöne Zeit am NOK. Unsere Hündin Paula hatte allerdings Schwierigkeiten, aufgrund des Salzgehaltes ihren stetig steigenden Durst im Brackwasser zu stillen.