UNESCO-Weltkulturerbe Wartburg bei Eisenach

 

Sie stand schon lange als Wunschziel auf unserer Liste der Historischen Bauwerke. Am Rande des Thüringer Waldes, auf einem schroffen Felsgrad, in rund 410 m NHN thront weithin sichtbar eine der bekanntesten Burganlagen Deutschlands. Wohl keine andere Burg hat die deutsche Geschichte dermaßen geprägt, wie die hoch über der Stadt Eisenach gelegene Wartburg.

Die ältesten Bestandteile der Burganlage stammen aus dem Gründungsjahr 1067. Der größte Teil der heute bekannten Wartburg wurde jedoch erst im 19. Jahrhundert neu gebaut.

Die Heilige Elisabeth von Thüringen stellte ihr Leben in den Dienst an den Armen und Kranken. Der Reformator Martin Luther übersetzte auf der Wartburg das Neue Testament der Bibel ins Deutsche. Damit legte der Augustinermönsch und Theologieprofessor den Grundstein für eine nachhaltige Kirchenspaltung. Auch Johann Wolfgang von Goethe verweilte und wirkte einige Zeit auf der Wartburg.

Heute ist die Wartburg UNESCO-Weltkulturerbe. Jährlich besuchen mehrere Hunderttausend Gäste das geschichtsträchtige Bauwerk mitten in Deutschland.

 

Das trutzige Torhaus der Wartburg
Andrea und Paula vor dem verschlossenen Tor

 

Eine gespenstige Atmosphäre auf der abendlichen Wartburg

 

 

Wir reisten bereits am Vortag der geplanten Burgbesichtigung mit dem Wohnmobil an. Noch am selben Abend entschieden wir uns spontan zu einem Spaziergang hinauf zur Schanze, dem Vorplatz zur Wartburg. In der Dunkelheit machten wir uns auf den Weg. Im faden Schein der Laternen stiegen wir die vielen Treppenstufen hinauf bis zur Zugbrücke. Außer uns tummelten sich keine Menschen auf der Schanze. Herrliche Stille umgab uns hoch über Eisenach. Die bunten Lichter der Stadt funkelten uns munter aus der Ferne entgegen.

Die mächtige Wartburg erstrahlte im gelben Kunstlicht der Scheinwerfer welche rund um die Anlage installiert sind. In ihrem Schatten breitet sich an den Hängen dichter Laubwald aus. Zahlreiche Fledermäuse durchfurchten die Nacht. Mit gekonnten Flugmanövern machten die kleinen Säugetiere Jagd auf die vom Licht angelockten Insekten.

Uns gefiel die gespenstige Atmophäre. Die Szenerie erinnerte ein wenig an den Vampirfilm „Tanz der Vampire“ von und mit Roman Polanski.

 

Die Wartburg öffnete ihre Pforte

 

Burgtor der Wartburg mit Schlupftür

Gleich nach dem Frühstück stiegen wir abermals die vielen Treppenstufen hinauf, um die Wartburg nun auch von innen zu besichtigen. Schon früh am Morgen wurde das schwere massive Holztor im trutzigen Torhaus geöffnet.

Im Innern der Burganlage waren kaum Besucher zugegen, daher konnten wir den inneren Bereich der Burganlage ungestört besichtigen. Dort kann man vielerlei Gebäude bestaunen z. B. das Ritterhaus, die Vogtei, Neue Kemenate, den Bergfried und den Südturm, den Palas und das Ritterbad.

Im zweiten Burghof befindet sich eine große Zisterne, mit der man die Trinkwasserversorgung auch im Falle einer Belagerung über eine längere Zeit hätte sicherstellen können. Die Aussicht auf den umliegenden Thüringer Wald ist vom Burggelände aus grandios.

 

 

Dichte Laubwälder, tiefe Schluchten und schroffe Felsen

 

Als die ersten Reisebusse eintrafen und immer mehr Besucher in die Burganlage drengten, beschlossen wir die Wartburg einmal aus der Ferne anzuschauen. Dazu begaben wir uns auf eine reizvolle Rundwanderung durch den dichten Laubmischwald mit seinen Anhöhen, tiefen Schluchten und erstaunlichen Felsformationen. Letztere tragen sagenenhafte Namen wie beispielsweise die Elfengrotte. Über den Pummpälzweg gelangten wir schließlich zurück zur Wartburg.

Am Abend fuhren wir in die Stadt hinunter, gegenüber der Wartburg, zur Göpelskuppe. Dort wurde bis zum Jahre 1902 das weithin sichtbare Burschenschaftsdenkmal errichtet. Dieses Monument wollten wir uns im abendlichen Scheinwerferlicht anschauen. Zur Übernachtung kehrten wir auf den Parkplatz unterhalb der Wartburg zurück. Um unser RUCKSACKEN-Abenteuer andernorts fortzusetzen, verließen wir am nächsten Morgen das Burggelände und fuhren mit dem Wohnmobil in Richtung Hörselberge.

 

 

Unser Resümee: Ein Besuch der Wartburg lohnt sich sehr. Allerdings sollte man am frühen Morgen mit einer Besichtigung beginnen. Das Interesse an diesem geschichtsträchtigen Ort ist groß. Insbesondere am Wochenende strömen schon bald nach der Toröffnung zahlreiche Touristen in den Innenhof. Zum Besichtigen der Innenräume oder zum Fotografieren der Burganlage sind dies denkbar schlechte Voraussetzungen.

Absolut empfehlenswert ist auch eine Wanderung durch die umliegenden Laubmischwälder. Es gibt dort mehrere gut ausgeschilderte Rundwege, auf denen man die Natur intensiv erleben kann. Von einigen Anhöhen hat man einen beeindruckenden Ausblick auf die Wartburg. Besonders die geologischen Besonderheiten und die mancherorts schmalen Stiege sorgen für ein spannendes RUCKSACKEN-Abenteuer.

 

Fotogalerie:

 


 

Die Wartburg bei Eisenach